Samstag, 5. Juli 2014

Mitbewohnerin mit auf Pfoten



Wie einige von euch schon über Facebook mitbekommen haben, habe ich seit März eine neue Mitbewohnerin auf vier Pfoten. Da es nun so aussieht, als dass ich sie mit nach Deutschland bringen kann, möchte ich sie euch auch hier auf meinem Blog vorstellen:
Katze Nini, vermutlich zwei Jahre alt.

Die Vorgeschichte:
Die Tierhaltung hier zu Lande ist meist haarsträubend. Das liegt nicht daran, dass die Menschen hier furchtbar böse wären, sondern dass ein Tier einen anderen Status als in Deutschland hat. Tiere werden hier meistens wie ein Gegenstand betrachtet, man nutzt sie, die Haltung spielt dabei keine Rolle. Manche reiche Stadtmenschen legen sich Haustiere zu. So boomen Hundesaloons und Kleintierländen. Doch wie sich so ein Tierchen am wohlsten fühlt, darüber machen sich die meisten Leute keine Gedanken. In Parks werden Goldfische oder Schildkröten in Plastikkugeln verkauft. Das ist ein tolles Kinderspielzeug, finden einige. Die Kugel wird so lange rumgeschleudert bis das kleine Lebewesen darin seinen Geist aufgegeben hat, dann wirft man es weg.

So hatte ich bei meiner Ankunft im Land immer im Hinterkopf, wenn ich die Gelegenheit habe ein Tierchen zu "retten", dann mache ich das auch.

Goldfischverkauf auf der Straße


Dieser Junge "spielt" mit einer Minischildkröte.


Typischer Kleintierverkauf auf Straße und im Park.


Nichts für schwache Gemüter: Katzen im Sack

Wie ich zur Katze kam:
An einem meiner Bürotage im vergangenen Spätjahr hörte ich ein lautes Miauen auf dem Flur. Sicherlich hat sich eine streunende Katze verirrt, dachte ich mir. Da ich eh ein großer Katzenfreund bin, ging ich auf den Flur um nachzuschauen. Als ich die Ecke umbog sah ich sie sitzen: eine weiße Katze in einem rosafarbenen Käfig. Der Käfig war größer als ich zuvor schon welche gesehen hatte, aber das arme Ding saß auf Gitterstäben, hatte weder Futter noch Wasser, und die Katzentoilette war randhoch voll. Zurück im Büro erzählte ich meiner Kollegin Hong Yu davon. Eine Katze im Käfig, fand sie gar nicht komisch, ich umso mehr. "Ihr müssen ja die Füße wehtun, wenn sie immer auf dem Gitter sitzt", argumentierte ich. Hong Yu dachte kurz nach: "Darüber habe ich mir noch nie Gedanken gemacht. Aber jetzt wo ich es mir überlege, ist das wirklich nicht schön."
Ja, so ist das oft hier: die Menschen machen Dinge nicht böswillig, sondern einfach unwissentlich. Das ist mit den hörbehinderten Kinder so, und mit der Tierhaltung eben auch.
Hong Yu kam auf die Idee, dass wir den Katzenbesitzern einen Brief hinhängen und sie bitten, den Käfig zu säubern, das Tier zu füttern und ihr eine Unterlage aufs Gitter zu legen. Tatsächlich, nach der Mittagspause war der Käfig wie umgewandelt.
So begann meine "Freundschaft" mit der Katze. Nun besuchte ich die sie regelmäßig, brachte ihr Wasser und Futter mit. Denn der Käfig war schnell wieder verdreckt und wurde nicht wieder gesäubert.
Nach ein paar Besuchen lernte ich auch die Katzenbesitzer kennen. Es stellte sich heraus, dass die Katze ein Geschenk des Onkels für die Tochter war, sich aber keiner richtig um sie kümmern wollte.
Bei jedem weiteren Besuch, wurde mein Herz immer schwerer, so Leid tat mir das liebe Tier. Im März fasste ich dann den Entschluss die Besitzer zu fragen, ob sie mir die Katze nicht geben wollten. Mit meiner Mitbewohnerin Elke hatte ich mich natürlich vorher abgesprochen. Sie hatte nichts dagegen. Die Katzenbesitzer gaben mir Nini ohne weiteres mit und fragten, ob wir denn nicht Freunde sein wollten. So treffe ich mich hin und wieder mit ihnen und wir haben eine nette Zeit zusammen. Sie freuen sich, dass die Katze versorgt ist und sie keine Arbeit mehr mit ihr haben. Ich freue mich über die muntere Gesellschaft meiner neuen vierbeinigen Freundin.

Erster Tag bei mir zu Hause.


Einer ihrer Lieblingsplätze ist die Fensterbank


Nini noch mit Winterfell


Nini als Bürohilfe


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