Heute war Nainai-Tag. Nainai bedeutet Großmutter und ist zugleich der Kosename für meine japanische Mitschülerin, die ganze 66 Jahre zählt. Ihr Name in der einheimischen Sprache ist so kompliziert, dass wir uns nach einigen Schulwochen einfach auf Nainai geeinigt haben. Und schließlich könnte sie ja tatsächlich meine Oma sein, zumindest was das Alter angeht.Nainai, meine algerische Freundin XiaHe und ich sitzen nicht nur in der selben Schulbank, sondern haben auch innerhalb der gleichen Augustwoche Geburtstag. Das verbindet. So lachen wir oft gemeinsam und haben Spaß in den Pausen zwischen dem Unterricht. Allerdings ist unsere Konversation stark begrenzt, da Nainai kein Englisch spricht und wir kein Japanisch.
Schon Anfang dieser Woche hatte uns Nainai eine Einladung für den heutigen Tag geschrieben. So gingen wir heute nach der Schule mit ihr und ihrem Ehemann - er studiert auch an der Uni - essen. Das Essen war wie immer ein Erlebnis, so wurde uns der Reis in Bambusrohren serviert. Das erinnerte mich an Affen im Zoo, die auch Leckerein in Holz verpackt und ein Stöckchen zum rauskratzen bekommen. So kam ich mir dann auch mit den Essstäbchen vor :-)
Nach dem gemeinsamen Essen luden uns Nainai und Yeye (Großvater) zu sich nach Hause ein. Ich hatte Linzertorte und Plätzchen von unserer deutschen Bäckerei mitgebracht, die kamen richtig gut an.
So war es ein nettes multikulti Beisamensein, bei dem wir deutsches Gebäck aßen, einheimischen Tee tranken, und uns mit Händen und Füßen auf japanisch, englisch und der einheimischen Sprache unterhielten. Gegen Ende tauschten wir noch Postadressen aus, da Nainai und Yeye Ende Dezember wieder nach Japan gehen werden. So bleiben wir hoffentlich darüber hinaus in Kontakt!
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