Dienstag, 29. September 2009

Toronto Downtown

Wer glaubt Kanada sei eine große Weite mit viel Natur und wenig Menschen, war vermutlich noch nie in Toronto! Der Schreck saß gestern tief als wir nun nach fast einer Woche Moffat, das idyllisch im Wald und Niemandsland liegt, nach Toronto fuhren und man vor lauter Autos, Menschen und Häuser kaum etwas anderes sieht. Toronto ist riesig und für mich kaum erkennbar wo die Stadtgrenzen anfangen und wo aufhören.
Nach den ersten Verkehrsstaus kamen wir dann auch in unseren Wohnungen an. Christian und Bettina wohnen und arbeiten in einen Flüchtlingswohnheim mit ca. 20 Flüchtlingen. Es liegt im Osten der Stadt, läßt sich aber von mir aus gut per U-Bahn erreichen. Andreas und Heidi wohnen in einem Wohnhausblock, genannt St. James Town im Westen der Stadt. In St. Jamestown wohnen wohl auf 2 Quadratkilometer 30.000 Menschen. Echt irre! Dort komme ich auch gut per Bus hin. Isabell und ich wohnen sehr zentral in Downtown im Keller der Stadtmission. Es ist eine WG mit 5 Zimmern, 2 Bädern und einer schönen Wohnküche. Vier der Zimmer sind besetzt. Ein Mädchen aus Korea wohnt direkt neben mir, ein Mädchen aus Kanada ein paar Zimmer weiter. Isabells Zimmer und mein Zimmer sind direkt nebeneinander und haben sogar eine Verbindungstür. Als ich mein Zimmer das erste Mal sah, dachte ich, mich trifft der Schlag. Es ist winzig klein, so dass eigentlich genau das Bett reinpaßt. Ich brauchte erstmal eine leckere Salami-Pizza um den Schreck zu verdauen :-) Nun habe ich aber alles ausgepackt und viele Mitbringsel aufgehängt und hingestellt: Fotos, Bücher, Kissen, Kuscheltiere. So ist mein Zimmer zur gemütlichen Höhle geworden. Die gelben Wände passen gut zu meiner blumigen Bettwäsche, die ich aus Moffat mitbekommen habe.
Wenn ihr auf dem Stadtplan nachschauen wollt wo ich wohne: in der Spadina Avenue oberhalb des Spadina Circles. Chinatown ist direkt um die Ecke. Gestern Abend sind Isi und ich ein bisschen durchgeschlendert. Es war beinahe wie eine Reise nach China, total krass.
Heute haben wir frei. Gegen 11.30 Uhr holen uns die anderen ab und wir erkunden gemeinsam die Stadt. Unsere Wohnung ist ein guter Treffpunkt, da wir genau in der Mitte von den beiden anderen Wohnungen wohnen. Morgen beginnt dann die Sprachschule. Wir müssen ca. eine Stunde mit U-Bahn und Bus fahren. Zuerst müssen wir noch den Sprachtest machen, der dann auch über die Einstufung entscheidet. Wenn ich gut eingestuft werde, habe ich wohl nur montags und mittwochs vormittags Unterricht und bekomme für die restlichen Tage Hausaufgaben. Das wäre echt prima. Unsere Arbeitsstellen beginnen dann erst in zwei Wochen. Ich werde vermutlich in einem Kinderhort mithelfen und am Wochenende in eine chinesische Gemeinde gehen. Aber bis dahin ist noch Zeit. Am Sonntag wollen Isi und ich für unsere Mitbewohnerinnen deutsch kochen. Spätzle und so. Isi hat sogar eine Spätzlepresse dabei. Da kann ich abstinken mit meinem Spätzleschaber :-)
Soweit mal von mir. Bilder und kurze Videos folgen bald!

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